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30 Jahre BauerSoftware

Im Gespräch mit Jürgen Bauer

30 Jahre in der Softwarebranche bedeuten, nahezu von Anfang an dabei gewesen zu sein. Lange vor dem Smartphone und vor der Kommerzialisierung des Internets entwickelten Planungsbüros Lösungen für das Arbeiten am Bau. Eines der Unternehmen die 2016 auf ihr 30-jähriges Bestehen zurückschauen können, ist die BauerSoftware. Diesen Anlass nutzte die Computer-Spezial-Redaktion für ein Interview mit Jürgen Bauer.

Jürgen Bauer, Geschäftsführer Bauer Software

Jürgen Bauer, Geschäftsführer Bauer Software

Computer Spezial: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Was hat Sie bewegt, Software selber zu programmieren?

Jürgen Bauer: Vielen Dank. Die Idee, selbst Hand anzulegen, entstand 1980. Mein Vater erwarb für sein Architekturbüro einen Commodore CBM 8032 und erstellte darauf seine Ausschreibungen und führte seine Angebotsprüfungen durch. Schnell kam jedoch der Wunsch auf, mehr zu machen. Da ich bereits erste Erfahrungen mit der Entwicklung von kleineren Spielen hatte, trat er an mich heran und bat mich, ein Programm für die Kostenkontrolle zu entwickeln. Es dauerte nicht lange, bis uns erste befreundete Architekturbüros ansprachen und die Software ebenfalls einsetzen wollen. Dadurch entstand 1986 die Firma BauerSoftware.

Computer Spezial: Welche Meilensteine aus der Unternehmensgeschichte sind Ihnen heute besonders wichtig?

Jürgen Bauer: Im Laufe unserer Firmengeschichte gab es bisher schon viele technologische Umwälzungen. So gab es den Umstieg von DOS auf Windows, die Erweiterung von 16- auf 32-bit und schließlich von 32- auf 64-bit. Alle diese IT-Meilensteine hat BauerSoftware immer als einer der ersten umgesetzt. Für unsere Kunden bedeuteten diese Neuerungen jedoch immer: vollständige Datenübernahme ohne Zusatzkosten.

Computer Spezial: Ihre Software deckt ein breites Themenspektrum an. Derzeit steht vor allem die Abstimmung aller am Bauprozess Beteiligten im Fokus. Welchen Schwerpunkt setzen Sie?

Jürgen Bauer: Mit unserem Produkt „Buildup“ sind wir derzeit einer der wenigen Anbieter, die eine durchgängige Lösung anbieten. Das beginnt mit den ersten Honorarangeboten, setzt sich fort mit der Aktualisierung der Kostenermittlung und endet mit der Überwachung der Gewährleistungsfristen. Damit bieten wir unserem Klientel eine Lösung ohne „Brüche“ an. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit offenen und auch maßgeschneiderten Schnittstellen, um eine direkte Anbindung an andere Systeme zu ermöglichen.

Computer Spezial: Das Thema Kosten am Bau bietet immer Zündstoff. Wird vorhandene Software nicht richtig eingesetzt oder geht es um ein strukturelles Problem?

Jürgen Bauer: Wir merken bei unseren Interessenten- und auch Kundengesprächen sehr oft, dass der Anspruch an eine neue Software am Anfang immer sehr hoch gesetzt wird. Fragt man jedoch nach einer gewissen Zeit nach, wie tief das Produkt eingesetzt wird, muss man leider öfters erfahren, dass nur die „oberste“ Funktionsschicht des Programms genutzt wird. Wenn das Produkt jedoch nur halb mit Daten gefüllt wird, können auch nur halbe Informationsstände ausgegeben werden. An dieser Stelle müssen wir Softwarehersteller uns einfach noch mehr anstrengen, intuitivere Produkte zu entwickeln.

Computer Spezial: Wie sieht Ihrer Meinung nach das Vermarktungskonzept der Zukunft in der Bausoftwarebranche aus?

Jürgen Bauer: Wenn man sich aktuell die großen Softwareanbieter wie Microsoft, Adobe usw. anschaut, ist ein klarer Trend in Richtung Mietsoftware zu erkennen. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob dieser Weg von den Kunden oder von den Herstellern eingeschlagen wurde. Bei unseren Kundenanfragen tritt die Frage nach Mietsoftware nur sehr vereinzelt auf.

Computer Spezial: Inwieweit spielt das Thema BIM – Building Information Modeling bei Ihnen eine Rolle?

Jürgen Bauer: Das Thema BIM in Verbindung mit dem IFC-Format hat uns endlich die Möglichkeit eröffnet, von fast allen CAD-Systemen Daten zu übernehmen. Daher haben wir uns schon sehr früh mit dieser Technologie auseinandergesetzt und eine entsprechende Schnittstelle entwickelt. Der Vorteil dieser Lösung liegt vor allem in der visuellen Darstellung direkt im Programm.

Computer Spezial: Vielen Dank für das Interview.

Computer Spezial