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aib führt BIM in die eigenen Planungsprozesse ein

Wartungshalle für das Siemens Turbinenwerk in Mülheim/Ruhr; mit BIM erstelltes 3D-Modell des Randbaus | Quelle: aib GmbH, Duisburg

Wartungshalle für das Siemens Turbinenwerk in Mülheim/Ruhr; mit BIM erstelltes 3D-Modell des Randbaus | Quelle: aib GmbH, Duisburg

Zur Zukunft des Planens und Bauens

Wie werden wir in Zukunft planen und bauen? Die Antwort von Experten ist eindeutig: Mit Building Information Modeling (BIM). Dadurch wird sich das Bauwesen grundlegend verändern. Das „BIM Lab“ des Duisburger Büros aib zeigt, wie sich das Potential der Methode für Planungsprozesse nutzen lässt. Schrittweise und systematisch wird der eigene Planungsansatz auf ein neues Level gebracht. Erste Projekte weisen auf die entscheidenden Vorteile von BIM für eine Optimierung der integralen Arbeitsweise hin.

Digitalisierung des Bauwesens

Was in anderen Branchen schon üblich ist, soll auch beim Planen und Bauen zum Standard werden: die Digitalisierung! Das Schlüsselwort hierfür lautet Building Information Modeling (BIM). Die Methode bietet entscheidende Vorteile für die Planung und Steuerung komplexer Bauvorhaben. Ein zentrales Gebäudemodell in 3D ermöglicht es den verschiedenen Projektbeteiligten, sich simultan über den aktuellen Planungsstand zu verständigen. Die für den Lebenszyklus des Bauwerks relevanten Informationen und Daten werden so besser erfasst, miteinander verknüpft und verwaltet.

BIM wird zum Standard werden

Schon in naher Zukunft soll BIM zum Standard werden. Seit Januar 2016 vereint Europa die größte regionale Konzentration von staatlich geleiteten BIM-Programmen weltweit. Eine eigens formierte „EU BIM Task Group“ für 2016/2017 soll die nationalen Anstrengungen in einer gemeinsamen europäischen Vorgehensweise vereinen.

In Deutschland ist die schrittweise Einführung für größere Bauprojekte bis 2020 geplant. Der „Stufenplan Digitales Planen und Bauen“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde gerade erweitert. Führende Verbände und Institutionen aus dem Bereich Planen, Bauen und Betrieb haben die Initiative „planen-bauen 4.0“ als Wegbereiter für BIM gegründet.

Systematischer Fahrplan

Vor diesem Hintergrund werden sich sämtliche Beteiligte an einem Bauvorhaben früher oder später mit BIM beschäftigen müssen. Um das Potential von BIM zu nutzen, führt das Duisburger Büro die neue Methode schrittweise in die eigenen Planungsprozesse ein. Unterstützt werden die Architekten und Ingenieure dabei von der Düsseldorfer DeuBIM-Gruppe. Gemeinsam wurde ein systematischer Fahrplan entwickelt, der nun bei ersten Projekten umgesetzt wird.

Instrument zur leichten Verständigung

Mit BIM wird das Planungs- und Bauwesen wirklich digital. Ein virtuelles Model mit Bauteilen und „intelligenten“ Informationen ersetzt die bisherigen Planungsunterlagen, die im Wesentlichen aus Strichen bestehen. BIM bietet damit ein Instrument, mit dem sich die Verständigung der Prozessbeteiligten wesentlich erleichtern lässt. Die Ableitung aller Berechnungen, Simulationen etc. aus einem zentralen virtuellen Modell bietet eine wesentlich konsistentere Planung als bisher.

Die relevanten Informationen für das jeweilige Projekt lassen sich besser deuten. Die Planungsunterlagen basieren nicht mehr auf Dokumenten, sondern auf einer Datenbank. Umso wichtiger ist es, dass sich Planer und Architekten frühzeitig in die Technologie einarbeiten und eine Führungsrolle bei der Digitalisierung übernehmen. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass auch künftig maßgeschneiderte, baukulturell anspruchsvolle Lösungen möglich bleiben und nicht langfristig Produktdatenbanken weniger Industrieunternehmen das Planungsgeschehen bestimmen.

Neuer Level für den eigenen Planungsansatz

Mit dem zentralen 3D-Modell ist BIM eine neue Form der interdisziplinären Teamarbeit. Die simultane Vernetzung aller am Planungsprozess Beteiligten wird damit überhaupt erst möglich. Statt der isolierten und stufenweisen Tätigkeit einzelner Planungspartner steht von Anfang an der gemeinschaftliche Projekterfolg im Vordergrund. Ein solch ganzheitlicher und kooperativer Ansatz ist für aib nicht neu. Seit der Gründung setzen die Duisburger Planer auf eine integrale Bürostruktur, um für komplexe Bauaufgaben optimale Lösungen zu entwickeln. „Mit BIM haben wir nun die Möglichkeit, die bei aib schon immer praktizierte Arbeitsweise auf ein neues Level zu bringen und noch konsequenter umzusetzen“, so Kai-Uwe Lompa.

Mehr Sicherheit

Die neue Arbeitsweise bietet aib die Möglichkeit, Pläne aus Abfragen der zentralen Datenbasis zu generieren. Dies schafft erhebliche Verbesserungen mit Blick auf die Qualität, Kosten und Aktualität der Planinformationen. Neben der reinen 3D-Visualisierung wird eine optimierte Koordination der Fachmodelle erreicht sowie eine teilautomatisierte Kollisionsprüfung und Verbesserungen bei der Planhaltung. Über die geometrischen Angaben der Bauelemente hinaus werden Informationen zu Materialeigenschaften, Kosten und Terminen strukturiert und für Auswertungen sowie Analysen verfügbar gemacht. Aus dem erstellten Modell kann aib z.B. auch verschiedene Varianten im Hinblick auf die Bauprozesse ableiten. BIM bietet hier deutlich mehr Sicherheit als bisherige Planungsmethoden – ein großer Fortschritt für den Bauherrn.

BIM optimiert Projektablauf

Bereits in der Einführungsstufe arbeitet das Team von aib mit dem integrierten Modell in der Praxis. Erste Mehrwerte ergeben sich beim aktuellen Projekt einer neuen Wartungshalle für das Siemens-Turbinenwerk in Mülheim an der Ruhr. Um die Qualität des räumlichen Umfelds zu erhalten, wird die neue Halle behutsam in den Bestand eingefügt. Dabei besteht eine der größten Herausforderungen darin, dass der laufende Betrieb auch während der Bauphase nicht gestört werden soll – ein extrem schwieriges Unterfangen, da der Standort der neuen Halle wichtige Produktions- und Logistikabläufe berührt.

Gerade bei solchen komplexen Aufgaben im Industriebau bewährt sich die frühzeitige Entdeckung und Lösung geometrischer, technischer Konflikte zwischen allen Planungsgewerken mit BIM. Zudem konnten durch das Modeling bereits wichtige Erkenntnisse für den optimalen und wirtschaftlichen Bauablauf an dem beengten, komplexen Standort gewonnen und in das Projekt eingebracht werden.

Folgerichtige Erweiterung

Mit der Einführung von BIM war die Weiterentwicklung des Unternehmens der folgerichtige nächste Schritt. Seit Juli 2016 erweitert die aib tec GmbH das umfassende Leistungsspektrum des Duisburger Architektur- und Planungsbüros. Die neue Gesellschaft für TGA-Planung, Beratung und Engineering bietet nun gemeinsam mit aib eine lückenlose Generalplanung unter einem Dach und auf dem neuesten technologischen Stand.

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