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Auf dem Weg zur digitalen Gebäudemodellierung

Softtech-Kolloquium beleuchtete BIM

Obwohl der Begriff BIM im Bausektor allgegenwärtig ist, bestehen viele Unsicherheiten rund um die digitale Gebäudemodellierung. Welche technischen, rechtlichen und sogar gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind wesentlich für den Erfolg und wie lässt sich diese Methode in die Arbeitsabläufe implementieren? Das erstmals von der Softtech GmbH veranstaltete BIM-Kolloquium in der Neustadter Villa Böhm fand wissenswerte Antworten mit Referenten aus Forschung und Entwicklung, Wirtschaft und Recht.

Das Fazit des Kolloquiums gleich zu Beginn: Die erfolgreiche Projektarbeit mit BIM kann nur gelingen, wenn sich alle Baubeteiligten dieser Arbeitsform öffnen, sie in ihre Abläufe integrieren, beständig Wissen verknüpfen und gemeinsam weiterentwickeln. Dass die Erkenntnisse aus der Forschung didaktisch für die Aus- und Weiterbildung aufbereitet und vermittelt werden, ist eine wesentliche Grundlage.

„Ich bin BIM“

„BIM leben“, nicht nur in der Stadt- und Gebäudeplanung, auch als Gesellschaft – das ist Günter Wenzels Vision. Der studierte Architekt forscht mit seinen Kollegen am Competence Center Virtual Environments des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart. Dabei kommen Menschen und Wissen mittels virtueller Techniken in eine optimierte Kommunikation und schaffen gemeinsam effiziente Arbeitsprozesse. Wer ein Gebäude bereits in der Planungsphase für Bauherren und Fachplaner virtuell erfahrbar und damit komplexe Zusammenhänge intuitiv verständlich mache, vermeide Planungsfehler und spare Kosten.

„Wie kommuniziere ich BIM?“

Welche Chancen im Arbeiten auf Basis von BIM für die werbewirksame Präsentation eines Planungsbüro stecken, vermittelte Ulrich Papin, Marketing- und Strategieberater der Wega Werbeagentur aus Mannheim. Anhand einer Fokussierung auf die Stärken und Besonderheiten des Büros lasse sich eine überzeugende Kommunikation mit Bauherren und ausführenden Betrieben entwickeln. Wo BIM-erfahrene Planer mehr denn je gefragt sind, schafft ein Planungsbüro mit einer entsprechenden Qualifikation klare Wettbewerbsvorteile.

Urheberrechte, Honorar und BIM-Manager

Dass das Arbeiten mit BIM viele rechtliche Fragen bei Planern aufwirft, wurde schon anhand der Kommentare aus dem Publikum deutlich: Wie bleibt das Urheberrecht gewahrt, wenn alle Baubeteiligten in einem langen Planungsprozess gemeinsam planen? Wer haftet dann wofür?

Diese sowie Fragen nach dem öffentlichen Vergaberecht, der Gestaltung von Verträgen und den Aufgaben eines BIM-Managers erläuterte Frederic Jürgens, Anwalt für Bau- und Architektenrecht, unmissverständlich. Beruhigend für die Teilnehmer des Kolloquiums: Auch wenn BIM als integrale Methode Planungsvolumen in eine frühere zeitliche Planungsphase verschiebt, als es die sequentiell ausgerichtete HOAI vorsieht, kann der Planer die Leistungen in Rechnung stellen, wenn er sie nachweislich erbracht hat.

Vernetzte Produkte ermöglichen BIM

Wie aus Software interdisziplinäre, BIM-fähige Lösungen entstehen, erläuterten die Softtech-Mitarbeiter Michael Müns, Andreas Haffa und Christian Pacher anhand der miteinander vernetzten Softtech-Produkte „Spirit“, „Avanti“ und „SketchUp“. Darüber hinaus hoben die Referenten das in den USA bereits von 80 % der dortigen Planungsbüros erfolgreich eingesetzte Projekt-Informations-Management-System (PIM-System) „Newforma“ hervor. „Newforma“ nimmt eine zentrale Rolle im BIM-Prozess ein, da die Software den Austausch von Projektinformationen und die Kommunikation zwischen allen Planungsbeteiligten optimal ermöglicht.

Als ein Beispiel für die neusten Entwicklungen der Softtech stellte Andreas Haffa den „BIM-Cube“ vor. Dank Web-Technologien stehen hier Projektdaten für alle Beteiligten ortsunabhängig zur Verfügung. Gezeigt wurde dies am Beispiel einer Kostenschätzung in frühen Projektphasen.

Gebäude im 3D-Druck mit Hindernissen

„Das Gebäude aus dem 3D-Drucker ist mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten Zukunftsmusik“, erklärte Peter Volz, Geschäftsführer der 4D Concepts GmbH. Hauptproblem sei die Schnittstelle zwischen 3D-Planung und 3D-Druck. Um einen effizienten 3D-Druck im Bauwesen zu ermöglichen, müsse u.a. 3D-CAD zum Architekturstandard und die Datenkonsistenz im BIM-Prozess verbessert werden.

Softtech wird sich auch weiterhin mit dem Thema BIM auseinandersetzen, Produkte gemeinsam mit Nutzern im Rahmen von Innovationszirkeln weiterentwickeln, regelmäßig Informationen auf der Website zur Verfügung stellen und weitere BIM-Veranstaltungen anbieten.

 

 

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