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Baukosten im Bestand sicher kalkulieren

Preiswürdige Sanierung eines Fachwerkhaus-Ensembles

Wie bei Sanierungen von historischen Gebäuden öfter die Regel als die Ausnahme, brachte auch die Ertüchtigung des denkmalgeschützten Eppinger Fachwerkhaus-Ensembles „Alte Post“ kostenintensive Überraschungen mit sich. Dass die Baukosten dennoch im Griff behalten wurden, verdankt der Architekt Udo Richter neben seiner langjährigen Erfahrung der eingesetzten Ausschreibungssoftware.

Die sanierten Fachwerkhäuser in Eppingen wurden mit dem Anerkennungspreis des Deutschen Fassadenpreises bedacht – diese Auszeichnung würdigt alle fünf Jahre bedeutende und besonders gut gelöste Fachwerksanierungen.

Die sanierten Fachwerkhäuser in Eppingen wurden mit dem Anerkennungspreis des Deutschen Fassadenpreises bedacht – diese Auszeichnung würdigt alle fünf Jahre bedeutende und besonders gut gelöste Fachwerksanierungen.
Foto: Udo Richter

Die „Alte Post“ im Zentrum von Eppingen besteht aus zwei stattlichen Fachwerkhäusern – einem ehemaligen Gasthof mit Bauteilen von 1515 bis 1756 und dem Nachbarhaus aus dem Jahr 1717, die im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und umgenutzt wurden. Den Auftrag für die jüngste Sanierung und Umstrukturierung der beiden denkmalgeschützten Gebäude erhielt der Heilbronner Architekt Udo Richter durch die Gebert & Mack GmbH als Bauherrin.

Im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss wurden ein Café und Büroräume angeordnet, in den oberen Geschossen befinden sich Wohnungen. Da die beiden ursprünglichen Treppenhäuser viel Fläche benötigten und vom Standpunkt des Denkmalschutzes nicht erhaltenswert waren, entfernte man sie. Stattdessen entstand ein gemeinsames neues Treppenhaus aus Sichtbeton mit einem Glasaufzug. Diese modernen Materialien unterstreichen bewusst den Unterschied zwischen Alt und Neu. Die historische Struktur der Zimmer ließ sich trotz neuer Erschließung erhalten oder wiederherstellen.

 

Sanierung mit Fingerspitzengefühl

Im Zuge der Sanierung konnte die alte Fachwerkkonstruktion mit originaler Füllung wieder freigelegt werden. Dabei entpuppten sich einige Schäden gravierender als zunächst vermutet: Verfaulte Hölzer, marode Füllungen, abgesunkene Böden. Hölzer und Füllungen wurden ersetzt und zugleich die Statik der Alten Post neu ertüchtigt. Die Innenwände bekamen zudem eine neue Verkleidung aus Holzweichfaserplatten – schwimmend im Lehm-Gips-Putz verlegt und überputzt. Damit entspricht das Bauwerk nun auch den Maßstäben des wohngesunden Bauens. Vollständig neu errichtet wurde der gesamte Dachstuhl, der ohnehin jüngeren Datums war – er erhielt eine Aufsparrendämmung und innen eine Gipskartonverschalung.

Dipl.-Ing. Ulrike Sengmüller, München

 

Den kompletten Beitrag lesen Sie hier: CS 2 2017 34 Baukosten im Bestand

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