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Trendthemen auf der BAU 2015

BIM mit politischer Unterstützung

Die BAU IT im Rahmen der Fachmesse BAU 2015 in München wurde vom Thema BIM – Building Information Modeling überragt. BIM ist mehr als ein Trendthema und wird die Baubranche die nächsten Jahre beschäftigen. Ziel ist es, den Bauprozess an sich zu optimieren. Im Idealfall würde das so aussehen, das dem Bauherrn ein komplettes Modell mit allen Eigenschaften aller Bauteile zur Verfügung gestellt wird. Wird dieses vom Bauherrn abgesegnet, wird aus dem Modell heraus der Bauprozess gestaltet und 1:1 umgesetzt. Allerdings ist dann nachträglich keine Änderung mehr möglich, aber bei einer komplett abgestimmten digitalen Planung sollte sie auch nicht mehr notwendig sein. Mit den dafür programmierten Softwarewerkzeugen sollte dieser ideale Bauprozess eines Tages gelingen. Bis es zu diesem Idealfall kommen wird, werden jedoch noch vielfältige Anstrengungen notwendig sein. Denn nach wie vor, werden unterschiedliche Software-Werkzeuge bei der Planung eines Bauprojektes benötigt. Dafür werden die Schnittstellen immer ausgereifter.

An den gut besuchten Messeständen, insgesamt wurden 251200 Besucher auf der BAU gezählt, wurde das Thema BIM intensiv diskutiert. Holger Kreienbrink, Leitung Produktmanagement DACH, Graphisoft Deutschland GmbH, sagte hierzu: „Wir sind vollauf zufrieden mit unserem Auftritt auf der BAU 2015. Rückblickend auf die letzten Veranstaltungen hat der Besucherstrom erneut zugenommen. Hervorzuheben ist vor allem die Qualität der Besucher, wir hatten ausschließlich Fachpublikum am Stand, das sich vor allem für BIM interessierte. 2017 sind wir sicher wieder mit dabei!“ Ähnlich äußerte sich Claudia Coy, Field Marketing Manager AEC/ENI DACH, Autodesk GmbH, Deutschland: „Top-Thema war in diesem Jahr BIM. Die Nachfrage war enorm. Als international aufgestelltes Unternehmen hatten wir Kunden aus aller Welt am Stand, unter anderem aus Indien, Singapur und den Emiraten. Insgesamt hat die BAU nochmals stark an Besuchern zugelegt.“

Auf einer Pressekonferenz verkündeten die Verbände VDI e.V. (Verein deutscher Ingenieure) und buildingSMART e.V. die Erarbeitung von VDI-Richtlinien, an denen mit Hochdruck gearbeitet werde. So erklärte Pro. Rasso Steinmann, Vorsitzender des VDI-Koordinierungskreis Building Information Modeling, der 2013 gegründet wurde: „Ich freue mich, dass wir in Deutschland aufgewacht sind. 2013 war das Startjahr, 2014 kam dann der Rückenwind.“ Und im laufenden Jahr sollen die ersten VDI-Richtlinien erarbeitet und bis 2016 verabschiedet werden. Wichtiges Ziel von BIM ist es, einmal erarbeitete und gesammelte Informationen während des Bauprozesses nicht mehr zu verlieren. Dabei ist Deutschland den Staaten in Nordeuropa aber auch den USA, Australien, Singapur und anderen inzwischen weit hinterher: „In Deutschland gibt es noch einige Hürden zu überwinden, um die Akzeptanz des BIM soweit zu stärken, dass die Umsetzung in der Praxis über die Anwendung in Musterprojekten hinaus erfolgt“, äußerte sich Peter Steinhagen, Vorsitzender des VDI-Fachbeirats Bautechnik, vorsichtig optimistisch.

Auch bei Orca zeigte sich, dass viele Planer die „Orca IFC Mengenübernahme“ für einen zukunftsweisenden Schritt zur Datenübergabe aus dem Modell in die AVA halten. Obwohl viele Büros heute zur integralen Planung eine „Closed BIM“-Lösung nutzen, bei der alle Beteiligten mit der gleichen Softwarelösung arbeiten, wird langfristig der offene modellbasierte Datenaustausch per IFC bevorzugt.

Trimble-„ProjectSight“ ist eine Cloud-Lösung für die Verwaltung von Bauprojekten. Sie vereinfacht Anlage, Zugriff und gemeinsame Nutzung von Projektdaten für das Planungsteam und die Mitarbeiter vor Ort. Alle Beteiligten können mobil auf aktuelle Projektdaten zugreifen, während optimierte Arbeitsabläufe für mehr Produktivität und fundiertere Entscheidungsfindungen sorgen.

Im gesamten Bauprozess spielt, dank mobil einsetzbarer Geräte, die Software eine immer wichtigere Rolle. Eines dieser Themen ist das digitale Mängelmanagement. So kann bei der Abnahme von Baustellen vor Ort jeder Fehler dokumentiert, mit genauer Ortsangabe versehen und dank Fotofunktion auch der Fehler genau gezeigt werden.

Eine wichtige Funktion, die auch zu sehen war, ist die Volltextsuche auf Datenbankbasis. Diese erleichtert den Zugriff zu allen relevanten Daten eines Projekts, wenn sie nur digital abgelegt sind. Insgesamt zeigte es sich, dass die digitale Dokumentation vorankommt. Und dann waren da noch Scanner und Aufmaß, die bei Sanierungen eigentlich am Anfang eines Projektes stehen. Hierfür stehen Scanner zur Verfügung, die Punktwolken erzeugen, mit denen nachträglich gut gearbeitet werden kann. Die farbigen 3D-Daten eignen sich zur Vermessung und zur Ist-Darstellung von Baustellen.

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